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Kostenloses Basisskript zum iPhone und iPad

Das iPhone mit VoiceOver bedienen
Hilfe, mein iPhone klingelt - was nun?
Grundlagen zu iOS 6
Von Simon Janatzek
Ab sofort zum kostenlosen Download bereit.

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Beschreibung

Am 09. November 2007 war der Verkaufsstart des iPhone in Deutschland. Revolutionäres Bedienkonzept, hochwertige Verarbeitung und innovativste Technik sind nur einige Merkmale, welche diesen Geräten der Firma Apple nicht zu Unrecht nachgesagt werden.

Blinde und sehbehinderte Nutzer können seit dem Verkaufsstart des iPhone 3 GS ab dem 19. Juli 2009 an dieser Welt voller Touch & Co teilhaben. Die Bildschirmauslesefunktion mit der Sprachausgabe VoiceOver ist seit diesem Zeitpunkt in allen Apple iPhone-Geräten integriert.

Aktuell lässt sich nicht nur das iPhone, sondern auch das iPad in seinen verschiedenen Varianten und der iPod touch mit VoiceOver nutzen. In diesem Skript erhält das iPhone den wesentlich höheren Stellenwert, da unserer Erfahrung nach die überwiegende Mehrzahl an blinden und sehbehinderten Menschen das iPhone nutzt. Alle eingesetzten Bildelemente sind daher auf dem iPhone entstanden. Auf die wesentlichen Unterschiede beim iPad wird jedoch in den einzelnen Schritten eingegangen.

Seit der sechsten Betriebssystem-Version von iOS lässt sich eine Vergrößerungsfunktion parallel einschalten. Somit können auch sehbehinderte Nutzer eine höhere Flexibilität erreichen.

Meine eigenen Bedien- und Touch-Versuche Mitte 2010 waren von vielen entnervten Phasen durchzogen. Geräte ohne Tasten sind für die meisten blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen neu und anfänglich gewöhnungsbedürftig. Und genau so erging es mir auch. Nachdem sich jedoch die grundlegenden Strukturen und das Bedienkonzept in meine touchenden und suchenden Finger eingeprägt haben, bin ich ein begeisterter Nutzer von Touchscreens. Aus einem Suchen wurde nach und nach ein strukturierter zielorientierte und flüssiger Umgang mit den mobilen Endgeräten von Apple.

Da wir jedoch keinem Hersteller verpflichtet sind und ich die Marktvielfalt schätze, setzen wir aktuell ebenfalls Geräte mit einem Android-Betriebssystem ein. Die Nutzer haben mittlerweile daher fast das komplette Smartphone und Tablet-Angebot zur Verfügung. Denn auch für Android-Geräte gibt es mittlerweile Sprachausgaben, Braillezeilenunterstützung und Vergrößerungsmöglichkeiten.

Inklusion ist ein großer Begriff, der sich mit vielen Inhalten füllen lässt. Bedenkt man die Möglichkeiten, welche blinde und sehbehinderte Nutzer gleichermaßen wie sehende Menschen mittels eines Touchscreen-Smartphones nutzen können, ergeben sich eine Vielzahl an Einsatzgebieten in Schule, Beruf und natürlich auch im Privatbereich. Endlich ist es möglich, nicht nur Kollegen, Lehrern oder Freunden zu berichten, wie es sich anfühlt, mit seinem eigenen Hilfsmittel zu arbeiten, das Umfeld aus sehenden Personen hat bereits das Hilfsmittel ebenfalls im Einsatz und kann es selbst ausprobieren. Zudem kann bei einzelnen Fragestellungen auf gleicher Ebene kommuniziert werden. Wenn ein Bildschirmelement nicht ausgelesen wird, kann der Nichtsehende gleich mit einem Finger gezielt darauf zeigen und die Bedeutung und den Zusammenhang erfragen.

 

Exemplarisch sollen hier einige Einsatzgebiete für iOS-Geräte genannt werden:

 

  • Audio
  • Bankgeschäfte
  • Barcodes scannen
  • Bücher lesen, ohne diese vorab zu scannen
  • Daisybücher abspielen
  • Einkaufen
  • Farberkennung
  • Geld-Erkennung
  • GPS-gestützte Navigation
  • Licht-Erkennung
  • Lupenfunktion
  • aktuelle Nachrichten lesen
  • Nutzung von Office Anwendungen wie Textverarbeitung
  • Radio hören
  • Reiseangebote vergleichen und buchen
  • Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter
  • Spiele wie Schach oder Memory
  • Sprachen übersetzen lassen
  • Nutzung von Nachschlagewerken
  • Texte fotografieren und anschließend vorlesen lassen
  • Fernsehen
  • Uhrzeit nutzen bzw. Timer nutzen

Auch wenn diese Liste von nutzbaren Möglichkeiten längst nicht vollständig ist, gibt es natürlich auch eine Vielzahl an Bereichen und Apps, welche für blinde und sehbehinderte Nutzer mit VoiceOver nur teilweise oder gar nicht nutzbar sind.

Nach mittlerweile vielen angebotenen Seminaren zum Thema iPhone und Co kann ich voller Überzeugung sagen, dass dieses Bedienkonzept wirklich Spaß macht. Ich selbst nutze täglich Smartphones mit einem Touchscreen und erlebe die Vielfalt und die kreativen Möglichkeiten, die mir auch mit meiner Hilfstechnologie angeboten werden, als willkommene Erfrischung.

 

Simon Janatzek

Diplom-Pädagoge

 

Büro für Barrierefreie Bildung



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