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Erfahrungsbericht zum Einsatz der „OrCam My Eye“ am Arbeitsplatz (incl. eintägiger Schulung)

Foto: Frau Ulrike Peters, die sich mit der OrCam ein Hinweisschild auf dem Flur ihres Dienstgebäudes vorlesen lässtSeit einiger Zeit nutzt unsere Kundin Frau Ulrike Peters nun die OrCam an ihrem Arbeitsplatz. Sie hat uns einen ausführlichen Erfahrungsbericht darüber zukommen lassen, den wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Sollten Sie auch Interesse an der OrCam haben, stehen wir selbstverständlich gerne für weitere Auskünfte, auch zur Beantragung bei Kostenträgern, zur Verfügung.

Erfahrungsbericht von Frau Ulrike Peters:

Das Büro für Barrierefreie Bildung hat mir die „OrCam My Eye“ mit einer ganztägigen Arbeitsplatzschulung ausgeliefert.


Damit alle Funktionen von mir selbst mehrfach ausprobiert werden konnten, wurde das Gerät nicht nur in meinem Büroraum getestet, sondern ich bewegte mich mit Frau Janatzek vom „Büro für Barrierefreie Bildung“ sowohl im Alt- als auch im Neubau des Dienstgebäudes der Landesbehörde, bei der ich tätig bin.

Zu der Schulung gehörte auch das Üben, wie setze bzw. entferne ich die Kopfeinheit vom gelieferten Brillengestell, ohne die Brille oder die „OrCam My Eye“ zu beschädigen.

Die Bedienung mit den drei angebrachten Tasten ist aufgrund der verschiedenen Gestaltung der Tasten auch für Vollblinde sehr leicht. Auch finde ich das Ein- bzw. Ausschalten der „OrCam My Eye“ durch Vibration und genauen Ansagen sehr bedienerfreundlich.

Bisher habe ich das Gerät mit Erfolg bei Fließtexten, Visitenkarten, verschiedenen Türschildern, Geldscheinen und meinem Telefondisplay ausprobiert. Ich kann mit der Orcam My Eye sofort die Post-Eingänge auf meine Zuständigkeit überprüfen, was vorher nur durch das Einscannen und Unterspeichern und damit einem höheren Zeitaufwand möglich war. Das Gerät teilt mir außerdem mit, wenn der Text auf den Kopf steht.

Die Konfiguration lässt es zu, dass innerhalb eines Textes zwischen Satzzeichen vor- bzw. rückwärts gesprungen werden kann. Dadurch kann ich durch den erfassten Text navigieren.

Wenn das Lesen eines Textes z.B. durch ein Telefongespräch unterbrochen werden muss, kann man durch eine Tastenkombination den Lesevorgang stoppen - welches durch ein akustisches Signal angezeigt wird – und mit der gleichen Tastenkombination wird das Weiterlesen fortgeführt. Diese Funktion empfinde ich als sehr bedienerfreundlich.

Weiterhin ermöglicht mir die „OrCam My Eye“ die Rufumleitung meines Diensttelefons selbst zu erledigen und zu kontrollieren, ohne dass ich einen Kontrollanruf (Test) machen muss.

Die Vorlesequalität von erkannten Texten ist sehr gut.

Wie oben bereits beispielhaft angegeben werden verschiedene Systemmeldungen angesagt. Bei Speicherung von der Gesichtserkennung gibt sie verschiedene Hinweise wie z.B. Helligkeit des Raumes, im Raum zu erfassende Person zu nah/weit weg, oder eine Person nicht mittig vor der Kamera steht. Die „OrCam My Eye“ gibt ebenfalls bei der Erfassung der Gesichtserkennung an, wenn sie zu viele Personen erkannt hat.

Bei erfassten Texten gibt es einen Hinweis darauf, dass weiter unten noch Text stehen kann. Ebenfalls finde ich die Navigation durch das Einstellungsmenü verständlich und leicht zu bedienen. Des Weiteren ist es positiv, dass sich im Lieferumfang ein Kopfhörer befindet.

Die Gestensteuerung ist als vollblinde Person nicht uneingeschränkt nutzbar, aber mit ein bisschen Übung lässt sich mit dieser Funktion positive Erfahrung sammeln. Mit einer bestimmten Geste lässt sich z. B. der Vorlesevorgang abbrechen.

Der Umgang mit den gespeicherten Gesichtern ist als vollblinde Person gewöhnungsbedürftig. Zu Beginn habe ich den Kopf zu schnell gedreht. Weiterhin ist es mit Übung verbunden, wie und wo ich hinsehen muss. Jedoch empfand ich die diskrete Ansage von Namen einer kleineren Runde (5 Personen) als sehr angenehm. Daher war es nicht erforderlich, dass sich jeder einzelne Anwesende vorstellen musste.

Nicht vergessen möchte ich die Produkterkennungsfunktion. Die Speicherung eines Produktes stellte für mich am Anfang eine größere Herausforderung dar als die Speicherung der Gesichtserkennung. Jedoch ist diese Funktion auch eine große Hilfe. Das erste Produkt, was ich erfasst habe, war ein Becher. Nun kann ich bei Besprechungen meinen Becher aus mehreren zusammenstehenden Bechern selbst wieder heraussuchen. Weiterhin ist es möglich mit der Produkterkennung Geldscheine zu erkennen. Geldscheine zählen zu den vorgespeicherten Produkten der Herstellerfirma. Hierzu möchte ich erwähnen, dass ich die Zahlen auf den Euro-Scheinen nicht ertasten kann und mir diese Funktion deshalb den Umgang mit Geldscheinen wesentlich erleichtert. Das Kontrollieren eines richtigen Geldscheines durch Nachfragen bei Zahlung z. B. der Dezernatskasse, in der Kantine oder am Kiosk in unserem Haus ist nicht mehr erforderlich.

Die oben aufgeführten Angaben ermöglichen mir eine höhere selbstständige Wahrnehmung meines Aufgabengebietes und helfen mir bei den alltäglichen Abläufen während eines Arbeitstages. Die Nutzung der „Orcam My Eye“ hat dazu geführt, dass ich mich viel mehr allein in unserem Dienstgebäude bewegt habe und mich sicherer dabei fühle.

Ulrike Peters



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